Da es hier momentan noch recht oft regnet und gewittert (von der Temperatur her ist das sehr angenehm), fällt ständig der Strom aus und ich bin die Einzige, deren Laptop noch Batterie hat ;)
Eben habe ich endlich mal wieder Wäsche gewaschen, mit Hand und im Dunkeln, während ich mit meinem MP3-Player Musik gehört habe, das ist auch mal eine Erfahrung wert :)
Ansonsten waren wir heute in einem Laden namens „Food Bazar“, ca. 20 Minuten zu Fuß vom guesthouse entfernt und ich habe mir Melonen und Äpfel gekauft (endlich wieder Obst!) und dann haben wir noch ein paar Bananen vom Straßenstand gekauft, lecker! Ich freue mich jetzt schon, beizeiten mal indische Kosmetik zu testen ;)
Eigenes Essen zu haben ist deshalb so bombastisch, weil Philipp und ich es seit einer Woche einfach nicht hinbekommen, genug bzw. regelmäßig zu essen (oder zu schlafen). Hier ist einfach so viel los, ständig sind wir unterwegs, jemand lädt uns ein und Arbeit haben wir auch schon gefunden.
Das schöne neue Titelbild meines Blogs hat natürlich Philipp mit seiner tollen Kamera gemacht.
Genau so wie dieses, im Hintergrund seht ihr die Stadt:
Das hier sieht man öfters, fotografiert auf dem Weg zur Arbeit:
Und das ist dann quasi die Weiterentwicklung: Die berühmten "geeps" mit bewiesen zu viel Testosteron ;)
Und natürlich- Straßenhunde:
Vorgestern waren wir bei ein paar netten Jungs aus der Mentorengruppe zuhause und haben die Nacht durchgemacht und witzige Bollywoodfilme geschaut. Sie haben uns mit ihren Motorrädern abgeholt, das war cool und ganz schön gruselig, indischer Verkehr halt! Da sie Muslime sind, gab es auch mal eine andere Art von Küche, das war sehr interessant, auch wenn ihre Mutter extra für mich vegetarisch gekocht hat, das war sehr nett :) Zudem haben sie uns allerlei abstruse Spezialitäten aus Hyderabad zum Essen gegeben, das war auch spannend. Die Leute hier sind echt super! Wir hatten viel Spaß.
Ah, gerade kam Chandu, ein junger Inder, der mit uns hier wohnt, vorbei, und hat mir drei Samosa (wird das so geschrieben?) vorbeigebracht, jammie! Angenehm spicy :)
Er ist wirklich sehr nett und aufopfernd, wie alle im guesthouse.
Heute waren wir auch zum ersten Mal alleine Mittagessen (bis jetzt hat sich immer jemand im Office gefunden, der auch essen wollte und mitgekommen ist).
Es war eine kleine Hütte am Rande von Rasoolpora „Sri Matha“ (Bilder folgen) genannt, wo ein nettes altes Pärchen kocht. Es gibt nur zwei Räume in dem Hüttchen, wo sie zu dritt leben, nur durch Vorhänge ist man von der „Schlaf-Wohn-Küche“ getrennt ;)
Obwohl wir kein Wort mit ihnen reden können, sind sie jedes Mal so nett und freuen sich und das Essen ist fantastisch (und beinahe beunruhigend billig!). Wenn man schon ein paar kleine Wörter kennt, wie „Namaste“(=Hallo), „shukriya“ (=Danke) oder „bahut acha“ (=sehr gut) mit Fingerzeig, dann freuen sie sich gleich noch mehr.
Wir haben gleich zu Anfang mit Freya schon einmal dort gegessen und nichts gemerkt, also wird es wohl sicher sein, dort zu essen. Wir hatten jeder einen Haufe Chapatis (dünne weiße Brotfladen) mit Dal (Linsencurry) und allerlei anderen Currys sowie einer Art getrockneter, eingelegter Tomaten (oderso). Ich hab noch nie so viele Sachen gegessen, ohne überhaupt zu wissen, was es ist ;)
Aber ich hab schon wieder Hunger. Irgendwie hab ich in diesem Land ständig Hunger und will schlafen :D Ob das wohl noch besser wird?
So und jetzt wollte ich ja noch von dem Ganesha Festival erzählen.
Wir sind zusammen mit drei weiteren Bhumimitarbeitern, Kadambini, Sam und Madhev (zwei Frauen und ein Mann) hingegangen, zum letzten großen Tag des 11-tägigen Festes. Es gab viele Umzugswagen mit riesigen Götterfiguren drauf, feiernden, tanzenden Leuten, Farbpulver, das hotpink ist und geschmissen wird, Straßenessen, Tröten, Rasseln, Trinken und alles, was eben zu einem derartigen Hindugott passen könnte.
Ganesha ist ein sehr fröhlicher Gott und weltweit für seinen Elefantenkopf bekannt. Eigentlich ist er stets dick und gut gelaunt und sitzt, aber auf dem Fest haben wir etliche Varianten gesehen. Auch seine Eltern, Shiva und Parvathi, waren natürlich vertreten.
Es war so unheimlich voll, dass wir eine Menschenkette bilden mussten, um nicht in der Menge verloren zu gehen. Viele hatten uns gewarnt, hinzugehen, wegen der unfassbar großen Menschenmassen und weil es immer abends stattfindet und natürlich weil wir beide absolute Exoten dort sind.
Aber wir sind trotzdem gegangen, in guter Begleitung, um zu sehen, wie sie die vielen Götterfiguren mit vielen Kränen an beiden Uferseiten in das Wasser des Sees Hussain Sagar einlassen.
(Haha, wie immer wenn der Strom ausfällt, fangen Leute an, Musik zu machen. Unten singen und trommeln sie gerade fleißig.)
Auf jeden Fall war es eine Erfahrung wert, auch wenn es mit der Zeit anstrengend wurde.
Leute haben mit Sachen nach mir geworfen, Wasser, Blumen, sie haben versucht, mich anzufassen, auf die Wägen zu locken, haben uns angesprochen und wollten wissen, wo wir wohnen, haben „heimlich“ (=offensichtlich!)Fotos und Videos gedreht, auch, indem sie sich ganz dreist dicht neben einen gestellt haben (ohne natürlich zu fragen) und dann einen Freund das Bild machen lassen.
Als wär man im Zoo, nur auf der falschen Seite.
Überall wo wir länger als fünf Minuten standen, hat sich eine Menge gebildet und manche sind ganz nah rangekommen, um zu hören, was wir mit unseren indischen Begleitern so reden, einige haben sich einfach zum Glotzen direkt vor einen gestellt. Echt dreist. Völlig ohne das Gefühl für Distanz oder Respekt. Unsere Begleiter haben sich ständig „für ihr Volk“ entschuldigt, natürlich unnötigerweise. Es waren ja nur die Leute da, die eben feiern wollten und ihre Reaktionen waren zwar oft nicht nett, aber verständlich. Wir haben ja auch damit gerechnet und sind das Risiko eingegangen, weil wir eben mal da gewesen sein wollten. Zudem waren fast nur Männer auf den Straßen, das hat es für mich nicht gerade einfacher gemacht.
Trotz all der Indiskretion und einiger Schockmomente (ich war ja doch in guter Begleitung), war es ein wunderbares Fest und ich hab allerlei Bilder und Videos gemacht, die ich mit euch teilen möchte. Aufgrund der grellen Lichter, war es nicht einfach gute Bilder zu machen, manche sind leider etwas verschwommen.
| Die Stromkabel hängen zu tief für Ganeshas Kopf ;) |
| Lustige indische Werbung |
| Hilft trotzdem nichts :) |
| So sah's nämlich am nächsten Morgen aus! |
| Ziemlich böser Ganesha, irgendwie |
| Das ist eher der klassische Ganesh |
| Wir nannten ihn den "Imperial-Ganesh" ;) |
| Ganesh-Figur an Kranseilen, auf seinem Weg in den bereits völlig eingemüllten See |
| Shiva ist auch mit dabei |
| Parvathi & Shiva, die Eltern Ganeshas |
Ich hab noch viele Bilder mehr, aber das sprengt den Rahmen.
Ach ja, eins noch: Das Beweisbild- ich WAR WOHL auf dem Motorrad unterwegs!! Ich seh zwar aus wie ein Geist (zumindest fühlte ich mich, als ob ich einen gesehen hätte), aber eigentlich war es ganz lustig. Das Bild hat Philipp im Fahren als Beifahrer geschossen :)
| Indian style driving :) |
Also, mein Fazit: Mir geht es gut, Indien ist toll, es ist erstaunlich wie schnell man sich an alles gewöhnt und die Gewohnheiten der Menschen hier aufnimmt!
In Kürze werde ich euch dann genaueres von Wohn- Arbeitsplatz und meiner Arbeit bei Bhumi zeigen, aber das braucht noch etwas, ist ja doch immer zeitaufwendig, der ganze Computerkram ;)
Uiui, wieder ein langer Eintrag. Tolle Fotos habt ihr gemacht... sieht ja sehr aufregend aus :-)
AntwortenLöschenKussi <3